Geschichte der Pille
Nicht weniger als eine Revolution
Nachdem die Schering-Forschung schon in den 20er und 30er Jahren wegweisende Impulse für die Ära der modernen Hormontherapie gesetzt hatte, trat das Unternehmen im Jahr 1961 an, eine Medizinrevolution anzuzetteln: Schering führte mit Anovlar die erste ‚Pille’ in Europa ein. Weder Einsteins Relativitätstheorie noch die Beatles, ja nicht einmal die Macht von Computer und Internet haben die Gesellschaft des 20. Jahrhunderts stärker verändert als die ‚Pille’, so das Fazit von 200 führenden Historikern.
Schwerer Start
In den Anfangsjahren war die ‚Pille’ in Europa sehr umstritten. Sie sollte nur als Mittel zur Behebung von Menstruationsstörungen und ausschließlich an verheiratete Frauen abgegeben werden. Moralische Bedenken von so ziemlich allen gesellschaftlichen Institutionen führten zu Protesten.
Dann kam die sexuelle Revolution
Erfreulicherweise verscheuchten die wilden Sixties und Seventies die Verklemmtheit der früheren Jahre und es wurde allmählich offen über Sexualität und Verhütung gesprochen. Diese sexuelle Revolution war eigentlich nur aufgrund der sorgenfreien Verhütung möglich, die die Pille den Frauen erstmals bot. Noch heute profitieren wir davon, dass damals viele junge Frauen für Gleichberechtigung kämpften, zum Beispiel mit dem bekannten Spruch: ‚Mein Bauch gehört mir!’
Gesellschaftliches Phänomen ‚Pillenknick’
In den 70er Jahren wurde die Pille für Millionen von Frauen ganz selbstverständlich. Was wiederum zu einem anderen gesellschaftlichen Problem führte: Die damals sinkenden Geburtenzahlen wurden von den Medien als Folge der zuverlässigen Verhütung durch die Pille interpretiert.
Die Pille kann mehr als nur Verhütung bieten
Wir können uns heute ganz einfach für die Pille entscheiden, die bei richtiger Anwendung zu 99% zuverlässig verhütet, oder für eine andere Verhütungsmethode. Für Frauen und Mädchen von heute zählt vor allem, dass eine moderne Pille niedrig dosiert ist. Auch hormonell bedingte Gewichtszunahme, fettige Haut und Akne können durch die dafür geeignete Pillen günstig beeinflusst werden.
2009 - Die Weiterentwicklung
In den vergangenen 50 Jahren wurden viele Gestagene (einer der Wirkstoffe in der Kombinationspille) entwickelt, während der zweite Bestandteil, Ethinylestradiol, ein synthetisches Östrogen jedoch stets unverändert blieb und nur in der Dosis reduziert wurde. Nach intensiver Forschungsarbeit ist es nun gelungen eine Pille zu entwickeln, die mit naturidentem Östrogen, wie es auch im weiblichen Körper vorkommt wirkt.





