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Die Hormonspirale

Eine mechanische Barriere, die Hormone abgibt

Die Hormonspirale ähnelt in ihrer Form der T-förmigen Kupferspirale. Sie besteht aus elastischem Kunststoff, enthält aber keinen Kupferdraht, sondern hier ist der Schaft mit einem Hormonzylinder umhüllt. Sie wird direkt in die Gebärmutter eingelegt.

Wie wirkt die Hormonspirale?
Der Hormonzylinder enthält ein Hormondepot, das 5 Jahre lang laufend geringste Mengen eines dem Gelbkörperhormon ähnlichen Gestagens direkt in die Gebärmutterhöhle abgibt. Durch die vorwiegend lokale Wirkung gelangen nur geringste Hormonmengen in den Blutkreislauf. So bleibt der natürliche Zyklus vorwiegend erhalten und der Eisprung wird nicht gehemmt. Die Wirkung der Hormonspirale entfaltet sich auf dreifache Weise: Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt sich, sodass Spermien nicht mehr in die Gebärmutter vordringen können. Zusätzlich verändert sich durch die Freisetzung des Hormons in der Gebärmutter das chemische Milieu, wodurch mögliche aufsteigende Spermien in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt werden. Der monatliche Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird durch die lokale Hormoneinwirkung vermindert und in eine Ruhephase versetzt, was zu einer Verminderung der Blutungsstärke führt.

Wie zuverlässig ist die Hormonspirale?
Die Hormonspirale ist eine sehr zuverlässige Verhütungsmethode. Unter 1.000 Anwenderinnen der Hormonspirale werden innerhalb eines Jahres etwa 2 Frauen schwanger.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?
In den ersten 3-6 Monaten nach dem Einlegen kann es vorübergehend zu Zwischenblutungen und auch verlängerten Blutungen kommen, die jedoch bald wieder zurückgehen. Durch die Einlage der Hormonspirale können während der ersten 3-4 Tage Bauch- und Rückenschmerzen auftreten; diese können anhalten oder auch später noch auftreten, wenn sie nicht korrekt liegt. In seltenen Fällen kann sie spontan ausgestoßen werden oder die Gebärmutterwand verletzen. Eileiterschwangerschaften kommen wesentlich seltener vor als bei der Kupferspirale oder ohne Verhütung. Hormonbedingte Nebenwirkungen, wie z.B. Brustspannen, depressive Verstimmungen oder Akne, sind eher selten.

Wie und wo ist die Hormonspirale erhältlich?
Die Hormonspirale wird von der Frauenärztin/vom Frauenarzt nach eingehender Untersuchung und Beratung eingelegt. Fast alle Frauenärztinnen/Frauenärzte haben die Hormonspirale in ihrer Ordination vorrätig. Die Einlage erfolgt ähnlich wie bei der Kupferspirale während der ausklingenden Monatsblutung.

Wird der Zyklus durch die Hormonspirale unregelmäßig?
Mit der Hormonspirale ist der Zyklus etwa so, wie er ohne hormonale Verhütung war. Die Monatsblutungen werden bei den meisten Frauen aber schwächer. 30 Prozent der Anwenderinnen haben keine Blutungen mehr (Amenorrhoe), was keine gesundheitlichen Nachteile hat.

Muss man regelmäßig zur Frauenärztin/zum Frauenarzt gehen?
Direkt nach dem Einlegen der Hormonspirale in die Gebärmutter wird mit einer Ultraschalluntersuchung die richtige Lage kontrolliert. Weitere Kontrolluntersuchungen sollten nach 4-12 Wochen und danach alle 6-12 Monate erfolgen.

Was ist, wenn man trotz Hormonspirale schwanger wird?
Es kommt sehr selten vor, dass eine Frau trotz der Hormonspirale schwanger wird. Die Hormonspirale muss bei einer Schwangerschaft entfernt werden, da sich das Risiko für eine spontane Fehlgeburt oder Frühgeburt erhöht. Sollte sie wegen ihrer Lage dennoch in der Gebärmutter verbleiben, ist die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft besonders intensiv zu überwachen. Ein Einfluss des Hormons auf die Entwicklung des Kindes ist nicht gegeben.

Leidet die Empfängnisfähigkeit nach der Hormonspirale?
Die Möglichkeit schwanger zu werden, besteht sofort wieder beim nächsten Eisprung nach Entfernen der Hormonspirale.

Wann ist eine Hormonspirale nicht zu empfehlen?
Auch bei der Hormonspirale gibt es Kontraindikationen, die das Einsetzen verbieten:

  • Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil der Hormonspirale,
  • bestehende oder vermutete Schwangerschaft,
  • bestehende Lebererkrankungen oder Lebertumore,
  • bestehende oder wiederauftretende Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane,
  • Entzündungen im unteren Genitaltrakt
  • Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut nach der Geburt,
  • Entzündungen der Schleimhaut des Gebärmutterhalses,
  • Zellveränderungen am Gebärmutterhals,
  • Gebärmutterinfektion innerhalb der letzten 3 Monate nach einer Fehlgeburt
  • erhöhte Anfälligkeit für Infektionen,
  • bösartige Tumore im Gebärmutterhals oder in der Gebärmutter,
  • bekannte oder vermutete durch Sexualhormone beeinflusste bösartige Tumore (z.B. Brustkrebs)
  • Myome (gutartige Muskelgeschwulst) mit Verformungen der Gebärmutter,
  • angeborene oder erworbene Gebärmutterfehlbildungen
  • nicht geklärte Blutungen der Geschlechtsorgane.

 

Wann muss die Hormonspirale von der Frauenärztin/vom Frauenarzt wieder entfernt werden?
Die Wirkung der Hormonspirale bleibt 5 Jahre erhalten. Danach muss die Hormonspirale gewechselt werden. Bei normalem Befund kann, wie bei der Kupferspirale, gleich eine neue Hormonspirale eingesetzt werden. Sollte während der 5 Jahre ein Kinderwunsch auftreten, kann die Hormonspirale auch schon früher entfernt werden, eine Schwangerschaft ist danach sofort möglich. In seltenen Fällen treten Unverträglichkeiten auf, die eine Entfernung der Hormonspirale notwendig machen. Die Entfernung erfolgt durch einfaches Ziehen an den Rückholfäden.

Welche zusätzlichen Vorteile hat die Hormonspirale?
Die Hormonspirale hat zusätzlich zur Verhütung einige gesundheitliche Vorteile: Stärke und Menge der Monatsblutungen gehen zurück. Nach einem Jahr bleiben bei etwa 30 Prozent der Frauen die Blutungen überhaupt aus, was keine weitere gesundheitliche Auswirkung hat. Für Frauen, die unter sehr starken, schmerzhaften Blutungen leiden, bedeutet das eine Verbesserung des Wohlbefindens und somit einen großen Vorteil. In derartigen Fällen kann die Hormonspirale zur Therapie genutzt werden. Durch Rückgang zu starker bzw. zu langer Monatsblutungen wird eine durch Eisenmangel verursachte Blutarmut behoben. Die Hormonspirale ist auch als Verhütung während der Stillzeit geeignet, da nur eine sehr geringe Hormonmenge in die Muttermilch übergeht und weder Menge noch Zusammensetzung der Milch davon beeinflusst werden. Zu Beginn der Wechseljahre kann die Hormonspirale Blutungsstörungen ausgleichen, die auf den beginnenden Gelbkörperhormonmangel zurückzuführen sind. Das Gelbkörperhormon (Progesteron) ist das Hormon, das vom Körper zu Beginn der Wechseljahre als erstes nicht mehr ausreichend produziert wird. In dieser Phase ist aber eine Schwangerschaft immer noch möglich. So kann man mit der Hormonspirale gleichzeitig verhüten und das beginnende Hormondefizit ausgleichen. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt, nachdem auch der Östrogenspiegel zu sinken beginnt, eine Östrogenersatztherapie gewünscht wird, kann die Gabe mittels Pflaster, Gel oder Tabletten erfolgen. Die Gebärmutterschleimhaut wird dann weiterhin durch die Hormonspirale vor einem zu starken Wachstum geschützt.

Kann der Partner die Hormonspirale beim Geschlechtsverkehr spüren?
Ebenso wie bei der Kupferspirale können die Rückholfäden der Hormonspirale in sehr seltenen Fällen vom Partner gespürt werden. Dieses Problem kann jedoch von der Frauenärztin/dem Frauenarzt durch ein Kürzen der Fäden behoben werden.


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