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Diaphragma, Portiokappe, Silikonkappe: Mechanische Barrieren gegen Spermien

Diese drei mechanischen Verhütungsmittel funktionieren alle mehr oder weniger nach dem gleichen Prinzip: Sie werden in die Scheide eingeführt und bilden einen Barriere gegen eintretende Spermien.

Das Diaphragma
Das Diaphragma, auch Scheiden-Pessar genannt, wird seit Entwicklung der Pille weniger verwendet. Das Scheiden-Pessar wurde vor mehr als 100 Jahren von dem Flensburger Arzt Mensinga eingeführt und entwickelte sich zu einem von vielen Frauen verwendeten Empfängnisschutz. Heute wird das Scheiden-Pessar vor allem von Frauen bevorzugt, die die Pille und auch das Intrauterinpessar nicht vertragen oder selten Geschlechtsverkehr haben.

Wie wirkt das Diaphragma?
Das Scheiden-Pessar sieht aus wie ein gewölbtes Gummi-häubchen, das von einem ebenfalls mit Gummi überzogenen Spiralring umgeben ist. Das Scheiden-Pessar liegt bei korrektem Sitz vor der Gebärmutter und ist damit ein Hindernis für die männlichen Samenzellen.

Wie zuverlässig ist das Diaphragma?
Im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden spricht man von mittlerer Zuverlässigkeit. Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen, sollte zusätzlich eine samenabtötende Creme angewendet werden. Der Pearl-Index kann dadurch auf 4 bis 2 (entspricht 2-4 von 100 Frauen) sinken. Die samenabtötende Creme muss bei wiederholtem Verkehr erneut aufgetragen werden. Frauenärztinnen/Frauenärzte empfehlen das Scheiden-Pessar dann, wenn eine Frau ein Baby geboren hat und sich nach einer gewissen Zeit noch ein Kind wünscht. In diesem Fall kommt es nicht so sehr auf die höchste Zuverlässigkeit an.

Warum sollte die Frauenärztin/der Frauenarzt das Diaphragma anpassen?
Damit ein Scheiden-Pessar optimal und zuverlässig wirkt, muss es richtig sitzen. Das heißt, die Frauenärztin/der Frauenarzt kann bei einer Untersuchung leicht feststellen, welche Größe das Scheiden-Pessar haben muss. Ein zu kleines ist unzuverlässig und ein zu großes kann „drücken“. Bei der Anpassung zeigt die Frauenärztin/der Frauenarzt der Frau auch, wie sie ihr Scheiden-Pessar einsetzt und wieder herausnimmt.

Wann wird das Diaphragma eingesetzt und wieder entfernt?
Normalerweise wird es vor dem sexuellen Kontakt eingesetzt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es schon Stunden vorher eingesetzt wird. Das Scheiden-Pessar darf frühestens 6 Stunden nach dem Verkehr wieder herausgenommen werden. Dann kann eine Frau sicher sein, dass keine lebensfähigen Samenfäden mehr in der Scheide sind, die zu einer Befruchtung führen können. Das Pessar ist übrigens nicht zu spüren, wenn es richtig sitzt, auch nicht vom Partner. Es kann beim Verkehr normalerweise auch nicht verrutschen.

Was ist, wenn das Diaphragma länger in der Scheide bleibt?
Eigentlich sollte es eine Frau spätestens nach 12 Stunden wieder entfernen. Bei längerem Verbleib in der Scheide kann es zu Ausfluss kommen, es können auch leichte Entzündungen entstehen. Im Zweifelsfall oder bei entsprechenden Beschwerden sollte eine ärztliche Kontrolle erfolgen.

Gibt es Nebenwirkungen?
Nebenwirkungen gibt es im Prinzip keine. Wie schon gesagt, kann das längere Verbleiben des Diaphragmas in der Scheide zu einem harmlosen Ausfluss führen. Verletzungen der Scheide oder der Gebärmutter durch das Diaphragma sind nicht zu befürchten. Allerdings gibt es einige Gründe, die das Scheiden-Pessar von vornherein nicht empfehlenswert machen:

  • Starke Scheidensenkung,
  • Scheidenentzündung,
  • narbige Einengung der Scheide.

Frauen, die noch kein Kind geboren haben, kommen oft nicht so gut mit dem Scheiden-Pessar zurecht. Bei einer zu engen Scheide ist es schwer, das Scheiden-Pessar einzuführen und den richtigen Sitz zu kontrollieren.

Die Portiokappe
Die Portiokappe verhütet, indem sie auf den Muttermund gestülpt wird und sich dort festsaugt. Sie ist ebenfalls aus Latex, aber viel kleiner als das Diaphragma – nur etwa so groß wie ein Fingerhut. Die Muttermundöffnung wird damit verschlossen. Spermien werden auf ihrem Weg in die Gebärmutter aufgehalten.

Um die Portiokappe richtig zu benutzen, braucht man etwas Übung. Eingeführt wird sie – ebenfalls zusammen mit einer spermiziden Creme – bis zu 2 Stunden vor dem Geschlechts-verkehr, danach muss sie ebenfalls gut 8 Stunden im Körper bleiben (insgesamt aber nicht länger als 48 Stunden). Sie kann beim Geschlechtsverkehr abkippen und gilt deshalb als nicht sehr zuverlässig. Portiokappen gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

Die Silikonkappe
Die Silikonkappe ist eine flexible Barriere aus – wie der Name schon sagt – Silikon. Es gibt nur eine Größe, der Durchmesser ist etwa 5,5 cm.

Beim Einführen in die Scheide wird Luft verdrängt, die durch ein Ventil wieder austritt. Die Silikonkappe saugt sich am Muttermund fest. Es entsteht ein Unterdruck, der garantiert, dass sie nicht verrutscht. Spermien kommen durch das Ventil nicht nach oben, aber deine Blutung kann beispielsweise abfließen.

Nach dem Sex muss sie ebenfalls um die 8 Stunden im Körper bleiben. Insgesamt kann man sie bis zu 48 Stunden dort lassen. Sie kann schon lange vor dem Sex eingeführt werden und man kann während der 48-stündigen Tragedauer auch mehrfach Sex haben, ohne erneut spermiziden Creme benutzen zu müssen. Die Silikonkappe erhält man ezeptfrei in der Apotheke. Sie muss nicht von der Ärztin/vom Arzt angepasst werden.

Zuverlässigkeit
Pearl-Index 2,2 (Silikonkappe) bis 5 (Diaphragma und Portiokappe). In Kombination mit einer spermiziden Creme o. Ä. relativ zuverlässig. Richtige Größe und Sitz sind entscheidend.

Vorteile
Wenn man eine spermizide Creme o. Ä. benutzt, gibt es nur eine geringe chemische, keine hormonelle Belastung.

Nachteile
Bei mehrmaligem Verkehr mit Diaphragma und Portiokappe muss erneut spermizide Creme o. Ä. eingeführt werden.

Für wen geeignet?
Frauen, für die Pille oder Spirale nicht in Frage kommen. Alle, die nicht dauerhaft verhüten möchten. Während der Stillzeit.

Für wen nicht?
Für junge Frauen ist diese Form der Verhütung eigentlich zu umständlich und zu unsicher. Für Frauen mit Beckenbodenschwäche kommt das Diaphragma nicht in Frage.


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